Mittwoch, 3. August 2022

Þakgil - spektakulärer Campingplatz in einer Schlucht am Fuße des Mýrdalsjökull

Þakgil - wer hat schon einmal in einer Spalte aus Tuffgestein übernachtet

 

Für uns einer der bisher schönsten Campingplätze auf Island. Schon die Anfahrt auf der Schotterstraße 214 -  Kerlingardalsvegur - ist beeindruckend. Sie ist noch für jeden PKW machbar. Sie biegt kurz vor Vík aus Richtung Skaftafell, Höfn kommend, nach rechts ab. Anfangs ist sie noch asphaltiert, später geht sie in eine gewalzte Schotterpiste über. An einer Anhöhe kann man sich über das Gebiet des Mýrdalsjökull und der Katla an einer Tafel informieren.






Mýrdalssandur, eine riesige Sandfläche an der Küste südlich des Mýrdalsjökull. Geformt von Gletscherläufen der Katla und vom Feinmaterial aus den Abflüssen Múlakvísl hier im Bild und dem benachbarten Kúðaflót. Über mehrere Stufen schraubt sich die Piste nach oben.

Der Schlucht und dem Mýrdaljökull entgegen.


Etwas eben geht es noch am Fluss Afréttísa entlang, einem der zahlreichen Abflüsse des Mýrdaljökull.

Aus der Weite fährt man in eine surreale Felsspalte aus Vulkangestein. Am Ende befindet sich der Campingplatz. 200 m ragt das umgebene Tuffgestein empor. Der Platz ist einfach, wird aber in der Saison bewirtschaftet. In einer Höhle aus Tuffgestein befindet sich eine Sitzgelegenheit mit Ofen! Man sollte hier mindestens 2 Tage einplanen, wenn es das Wetter zulässt. 


Sehr zu emfehlen bei stürmischen Wetter, denn hier ist es wunderbar windstill !!


Geht man vom Campingplatz noch ein paar Meter weiter in die Schlucht von Þakgil kommt man zu einem hübschen Wasserfall. Ab hier verengt sich die Schlucht und man kommt nicht weiter. An der Infotafel sind 3 Rundwanderungen angezeigt.


Dienstag, 2. August 2022

Vogelfelsen Reynisfjall bei Vík Mýrdal

 Vík Mýrdal


Vík, ein kleiner Ort, beliebte Übernachtungsstätte mit seiner rot-weißen Kirche auf erhöhtem Standort. Der Ort liegt südlich des Mýrdalsjökull mit der berüchtigten Katla, einem aktivem Vulkan unter dem Gletschermassiv. Bei einem Ausbruch bleibt den Bewohnern nur 30 min. Zeit sich hier oben an der Kirche vor dem gefürchteten Gletscherlauf in Sicherheit zu bringen.
Der Zeltplatz liegt unterhalb, ist ausreichend groß und komfortabel (siehe Seite Zeltplätze Island)


Außer einem großen Supermarkt, wo man seine Vorräte wieder auffüllen, einem riesigen Shop der isländischen Firma IceWear, indem man durchaus gute Wollsachen kaufen kann, bietet Vík auch noch etwas zum Wandern. 

Vogelfelsen bei Vík - Reynisfjall


Vom Campingplatz aus ist die Klippe schon zu sehen.
 

Vom Supermarkt aus geht man durch das Örtchen, folgt kurz der Ringsstr.1 Richtung Reykjavík und hält sich an eine kleine Straße immer auf die Klippe zu. Sie geht ansteigend in eine Jeeppiste über. Am Plateau angekommen, teilen sich die Pfade. Wir laufen zuerst die Jeeppiste weiter und biegen dann nach rechts, auf einen Pfad, teilweise etwas mit gelben Pflöcken markiert, immer an der steilen Kante bleibend. Nur bei guter Sicht machbar, aber sonst lohnt sich auch die ganze Tour nicht.


Es bieten sich schöne Ausblicke auf fruchtbare Ebenen und den Gletscher Eyjafallajökull, welcher ja im zeitigen Frühjahr 2010 wochenlang zu einem Flugverbot führte.


Im Westen erblickt man das Steilküstengebiet bei Dyrholey, welches in der Zeit der Vogelbrut jedoch gesperrt ist. Die meisten, der hier unten parkenden Autos besuchen kurz die schwarze Sandküste Reynisfjara, der wohl bekanntesten Islands.

Von hier oben kann man sie ganz alleine genießen. In den Felsnischen brüten einige Möwen. Hier sollen auch Puffins zu finden sein, wir haben aber, im Gegensatz zu Bakkagerði, keinen Einzigen gesehen.

An der südlichen Spitze steht ein altes Gebäude. Von hier aus erblickt man die bizarren Basaltsäulen Reynisdrangar. Dazu gibt es wie immer auch Legenden. Die eine erzählt von Trollen, welche ein dreimastiges Schiff schleppten um zu landen. Als das Tageslicht anbrach wurden sie zu Stein. Geologisch dürften das Vulkanschlote sein. Schön sind sie allemal und ein beliebtes Fotomotiv dazu.





Wir gehen östlich, über Wiesen auf einem schmalen Pfad entlang des Klippenrandes mit schönen Ausblicken zurück nach Vík.






Montag, 1. August 2022

Skaftafell Nationalpark - Krístínartíndar 1126 m - Vatnajökull

Krístínartíndar 1126 m - Gipfel zwischen den  Gletschern


Ausgangspunkt : Campingsplatz Skaftafell Nationalpark

Die Wanderung beginnt gemächlich auf gutem Weg am Svartifoss, dem berühmten Wasserfall zwischen den Basaltsäulen, vorbei zum Aussichtspunkt Sjónarsker (siehe Tour einfache Wanderung zum Svartifoss). Von hier sieht man gut schon das Ziel.

Über moorige Wiesen mit reichlich Wollgras geht es zunächst eben dahin. Das mächtige Gletschermassiv Öræfajökull mit seiner höchsten Erhebung Hvannadalshnjúkur 2110 m grüßt herüber.
Je höher man läuft, umso mehr Ausblicke eröffnen sich uns.

Aus dem Gletscher Skeiðárjökull entwickelt sich die Skeiðará zu einem Fluss,

wird immer breiter in kürzester Zeit, sammelt jede Menge Sedimente,


und fließt in einem großen Delta und einem beeindruckendem Sander, dem Skeiðarársandur,  in den Atlantik. Dieser entstand in seiner Größe bei den gefürchteten Gletscherläufen, wenn Gletscherbedeckte Vulkane, hier der Grimsvötn, ausbrechen und große Mengen Gletscherwasser abfließen.
Am besten sieht man das dann vom Aussichtspunkt Nyrðrinaukur,  welcher immerhin schon 708 m höher als der Atlantik liegt. Wir umrunden den Berg am Fuß und steigen in einer Karrinne immer weiter auf einem schuttbedeckten Pfad auf.



Die Mühen des Aufstieges von immerhin 1000 Hm haben sich gelohnt. Hier oben hat mein beeindruckende Aus- und Tiefblicke auf die grandiose Landschaft. Hier kann man sich die Urgewalten von Feuer und Eis vorstellen.


Der Gipfelabstieg erfolgt auf gleichem Weg bis zu diesem Sattel mit der schönen Felsnadel, einem alten Volkanschlot.
Von dort führt ein sehr schmaler Pfad weiter steil hinunter zum Aussichtspunkt Gláma mit dem Tiefblick auf den Skaftafellsjökull, welcher dem Gebiet seinen Namen verleiht. Der vulkanische Ursprung bringt auch diese wunderschönen Farben hervor.

Auch der Skaftafelljökull endet im Skeiðarársandur und dann im Atlantik. Und mitten dort hindurch führt auch die Ringstraße Nr.1. Beim nächsten Gletscherlauf, der letzte hier war 1996, ist diese dann wieder verschwunden unter Umständen.

Am letzten, schon wieder 600 Hm tiefer gelegenem Aussichtspunkt Sjónarnípa hat man noch einmal einen schönen Rückblick auf diese grandiose Landschaft, bevor sich der Weg durch einen Birkenwald (die Birken werden hier nicht so hoch wie wir sie kennen) hinunter zum Campingplatz schlängelt.

Auch auf Island kann man Touren mit rund 1000 Hm Anstieg machen.