Montag, 3. August 2026

Hochlandfahrt Lakagigar (Lakikrater)

Die Lakikraterreihe - heute friedlich und ruhig - der Ausbruch -verantwortlich für eine der größten Katastrohen in der jüngeren Geschichte

Hochlandfahrt F206/F207 Lakavegur und Lakagígavegur

Ausgangspunkt ist die Ringstraße zwischen Vík und Kirkjubærklaustur. Die Strecke ist nur für 4x4 Fahrzeuge erlaubt. Mit einem guten geländegängigem Fahrzeug kommt man voll auf seine Kosten. Wir fahren mit einem Subaru Forester. Über das Auto und unsere technische Ausrüstung kannst Du hier nachlesen. 
Es sind einige Furten und auch in diesem Sommer trotz wenig Niederschlag gut gefüllte Pfützen zu überwinden. Ansonsten wechselt der Untergrund zwischen Schotter, Vulkansand, Lavaplatten. Teils steilere Abschnitte sind zu bewältigen.
Insgesamt macht die Route 110 km ab Ringstraße hin und zurück aus. Zunächst führt die F206 bis zum Infocenter des Nationalparks Vatnajökull. Bis dahin sind einige Furten zu überwinden, welche im Track Book Island mit 30 - 50 cm Wassertiefe angegeben sind. Gleich nach der ersten Furt werden wir und andere Autos von den Rangern angehalten. Man begutachtet die Autos und gibt Tips zum Fahren. Wir empfanden das als sehr angenehm. Der obere Teil ist als Einbahnpiste zu benutzen, da er in Abschnitten äußerst schmal und ohne Ausweichen ist. 2026 war ein sehr trockener Sommer und die Furten gut machbar. Im oberen Teil, bei der Einmündung der F207 steht ein Hinweisschild auf dem nochmals eindringlich auf den Einbahnverkehr hingewiesen wird. 
 Parkplätze und Hinweistafeln gibt es genug auf dem Weg zum eigentlichen Lakigipfel.


 Je höher man fährt, umso mehr kommen die einzelnen Krater ins Blickfeld.


Wanderung Lakigipfel 

Vom Info Center Laki aus, muss man sich unbedingt die Zeit nehmen um eine wunderschöne Wanderung auf den Lakigipfel und in den Krater zu unternehmen. Vom Gipfel hat man die schönsten Ausblicke über die Kraterreihen und in den eigentlichen Hauptkrater zu steigen ist auch nicht schlecht. Beides lässt sich hervorragend miteinander verbinden. Nur vom Gipfel aus kann man die Kraterreihe, welche zu beiden Seiten verläuft sehen, die bis zum Vatnajökull reicht. Dann kann man erahnen, welche gewaltige Eruption das war. Eine Katastrophe, weche am Pfingstmontag des Jahres 1783 begann:
Vom Parkplatz geht es zunächst hinauf, der Weg ist mit weißen ( Krater) und gelben (Lakigipfel) Holzpfählen markiert. Ist man auf der Höhe des 2.Parkplatzes angekommen, teilt sich der Weg. Ein Informationsblatt gibt Auskunft über Goelogie und Pflanzenwelt. 
Wir gehen zuerst in den Krater hinunter:





 in den Spalten liegt teilweise noch Schnee, mitten im Sommer.



 
Steil hinauf geht der gelb markierte Pfad. Je höher man kommt, umso großartiger wird der Blick. Deutlich ist die Kraterreihe zu erkennen, deutlich die Dimension in der weiten Landschaft zwischen den beiden Hauptgletschern der Insel, dem Myrdalsjökull und dem Vatnajökull.





An Pfingsten des Jahres 1783 brachen insgesamt 130 Krater aus. Fast 15 km³ Lava flossen bei diesem Ausbruch ab und ergossen sich auf eine Fläche von 600 km². Die Lavafontänen waren teilweise bis 1000m hoch. Der Ausbruch dauerte bis Februar 1784 und hatte weltweite Auswirkungen. Zuerst kam es durch die Aschewolken zu einem gravierenden Temperatursturz in Europa, welcher Missernten und Hungersnöte auslöste. In Folge kam es dann zur französischen Revolution.  Durch weitere giftige Gase (Schwefel) welcher mit Wasser in Verbindung zu Schwefelsäure wurde, (Fluor) Flusssäure, (Chlorwasserstoff) Salzsäure kam es zum Absterben der Vegetation in Island. Dadurch sollten dann im weiteren Verlauf 80% des Viehbestandes und 25% der Menschen gestorben sein.
Heute sieht die Landschaft friedlich aus, ist aber noch aktiv. 






Über ein Plateau geht es über den Berg und auf steilem Weg wieder hinunter zum Parkplatz.

 

 Kurzhalt Tjarnargigur - im Herzen eines Vulkans

Vom Infocenter führt die F207 Lakagígavegur weiter durch das Kratergebiet. Eine kurze Wanderung bietet sich noch zum Tjarnargígur mit Kratersee an. Der Weg führt vom Parkplatz über mit Flechten bewachsene Lava direkt zum Krater mit seinem See. Die Flechten sind äußerst wertvoll und empfindlich. Die Wege sollen daher nicht verlassen werden.




Nach Verlassen des Parkplatzes kommt recht bald die kniffligste und tiefste Furt. Sie ist markiert mit Fähnchen und hatte 2026 einen recht ebenen Untergrund. Allerdings war auch hier in diesem Jahr wenig Wasser. Vorbei am Hochlandcampingplatz Blágil hat man die obere Runde beendet und die F207 führt wieder auf die F206.
Ein beeindruckender Tag geht zu Ende. Will man nicht im Hochland übernachten, bietet sich eine Übernachtung (für uns Camping)in Kirkjubærklaustur an.
Vorher aber Autowäsche auf isländisch😆 

 

 

Serpentinschlucht im Süden Islands

Canyon Fjaðrárgljúfur - graues Gestein, grünes Moos und blauer Himmel

Der Canyon liegt ca. 1 Stunde von Vík entfernt und ist von der Ringstraße Richtung NO aus gut zu erreichen. Kurz vor der Ortschaft Kírjubæjarklaustur biegt die Straße 206 links weg. Bis zum Parkplatz ist diese jetzt auch asphaltiert. Der Parkplatz ist kostenpflichtig über parka.is zu bezahlen.
 
Im Hochland entspringt der Fluss Fjaðrá welcher seit der letzen Eiszeit vor 9000 Jahren dem Canyon sein Aussehen gab. Bei unserem diesjährigen Besuch führte der Fluss kaum Wasser. 2026, der Sommer war auch in Island viel zu trocken.
 










Der Canyon ist ca 2 km lang und ein gut eingerichteter Weg oberhalb der Schlucht ist von Jedem zu bewältigen. Ein paar Nebenwege zweigen zu Aussichtspunkten ab und bieten Fotomotive hinab. Eine Treppenanlage ermöglicht es den Besuchern bis auf den Wasserfall Mogarfoss zu blicken.

Sonntag, 2. August 2026

Tafelberg Þórólfsfell - Panoramawanderung mit permanentem 3 Gletscherblick

Weglos auf den Tafelberg Þórólfsfell mit toller Aussicht auf den Eyjafjallajökull, den Tungnakvíslajökull, den Mýrdalsjökull und in's Þórsmörk

Anfahrt: von der Ringstraße kommend nach dem touristischen Highlight Seljafoss den aus dem Þorsmörk kommenden Fluss Markafljót noch überqueren und dann rechts auf die Piste 250 abbiegen, oder von Hvolsvöllur an der Ringstraße über die 261 Fljótshíðavegur in das Tal einfahren. Campingplätze sind im Tal vorhanden, auch eine Jugendherberge. Kurz vor der Jugendherberge wird die Straße zur Piste und zur F 261 Emstruleið und darf nur noch von 4x4 Fahrzeugen befahren werden.  Das Stück bis zum Parkplatz ist technisch unbedenklich zu fahren, jedoch muss man bei Mietwagen aufpassen.
Am Parkplatz sind einige Infotafeln über das Gebiet.
Auch über den Ausbruch des Eyjafjallajökull, welcher uns ja auch in Mitteleuropa lange beschäftigt hat. Jetzt ist er wieder ganz friedlich.

Die Tour ist weglos, teilweise gibt es von Schafen getrampelte Pfade, welche natürlich nicht immer zum Gipfel führen. Schon wegen der Aussicht lohnt sie sich nur bei schönem Wetter, bei instabilem Wetter ist die Orientierung schwer und auch gefährlich. Auch bei schönem Wetter ist ein GPS Gerät ein guter Helfer.
Gleich hinter den Infotafeln steigen wir auf Richtung NO und erreichen nach kurzer Zeit eine Tuffschlucht.

Am linken Rand steigt man immer weiter bergan, die Schlucht wird zwar im oberen Bereich flacher, aber man kann und soll sie nicht überqueren!

Blickt man zurück hat man einen Eindruck über den gewaltigen Sander, welchen der Fluss Markarfljöt auf seinem Weg aus dem Þorsmörk bis in den Atlantik (am Horizont zu sehen) bildet.
Der Eyjafjallajökull kommt immer weiter ins Bild beim Ausfstieg.

Es wird zunehmend steiler. Wir gehen weg von der Schlucht.


Am Ende dieses Steilstück's sieht man oben am Berg eine Felsnase, darunter ein Schuttrinne. Durch diese hindurch, auf die Felsnase zu:


 Von der Kante an oben wird es flacher und man kann die erste Aussicht genießen.

Durch mehrere kleinere Senken mit Blick auf die drei Gletscher wandern wir gemütlich auf den deutlich sichtbaren großen Steinmann zu. Hier soll früher noch ein Gipfelkreuz gestanden haben, jetzt ist es nicht mehr da. 


Das ist der höchste Punkt des Tafelberges. Direkt gegenüber der  Eyjafjallajökull. Die Caldera des letzten Ausbruchs ist deutlich von hier aus unterhalb des Gipfels zu sehen.


Läuft man weiter auf der Hochebene in östliche Richtung eröffnet sich uns ein wirklich großartiges Panorama: Man blickt hinein in's Þórsmörk, hinunter auf Markarfljöt, Krossá und Steinholtsá, welche unterhalb zusammenfließen und das Gebiet entwässern. Und man blickt auf die gewaltige Gletscherfläche des Eyjafjallajökull, des Tungnakvíslajökull und des Mýrdalsjökull. Wir haben Glück mit dem Wetter und verweilen hier lange.






Über die Hochebene geht es wieder zurück, bis unterhalb der letzten Aufstiegsrinne. Wir nehmen nicht den gleichen Weg zum Abstieg sondern gehen weiter Richtung West. 


Hier bedarf es einer guten Orientierung und wir müssen immer wieder mit dem GPS korrigieren. Eine Pfadspur ist in den elektronischen Karten unterlegt, sie ist jedoch im Gelände nicht sichtbar. Immer südostwärts der Schluchten halten, welche sich auftun.


Teilweise, besonders im unteren Teil gibt es dann auch Wegspuren.

 Plötzlich ist man in einer tollen Tuffklamm, durch die dann auch wirklich eine Wegspur führt:








Durch die Klamm fließt das Flüsschen Þórólfsá. Unten am Bach angekommen muss die Weide des Bauerngehöfts umgangen werden. Der Pfad endet dann genau am Parkplatz.


Von Weitem sieht es gar nicht so steil aus, ist es aber an den meisten Stellen doch. Großartige Panoramatour: 10 km, 500 Hm im Anstieg, weglos, Geröll mit Gras durchsetzt, Vulkanschotter

Navigation: Offline Karten von Garmin (GPS), Osmand und Mapy.cz - Grundidee aus dem Rother Wanderführer Island