Freitag, 31. Juli 2026

Küstenfahrt Snæfellsnes West-und Nordküste

Lóndrangar Cliffs - Leuchtturm Malarrif - Kirkjufell

Wir haben heute eine lange, aber schöne Fahrt vor uns. Von Arnastapi wollen wir entlang der West-und Nordküste der Snæfellsnes Halbinsel bis in den Norden Islands nach Reykír auf der Halbinsel Skagí.
 
Die Straße 574 führt zunächst ganz in den Westen der Halbinsel. Vorher kommen wir an den Klippen von Lóndrangar nicht vorbei. Ein kleiner Weg führt entlang der Küste bis zum Leuchtturm Malarrif. Wir genießen einfach noch einmal diese schöne Landschaft unterhalb des Snæfellsjökull.








Ein kleines graues Haus, völlig unscheinbar: fast wären wir daran vorbei gelaufen. Neugierig schauen wir doch durch die Fenster. Ein handgemaltes Schild fordert zum Eintritt auf. Was drinnen ist, überascht:

 

 Projektunterricht mal anders:
 




Die Kinder berichten auf vielen Zeichnungen und kleinen Texten vom harten Leben hier in früheren Jahren. Hier war einmal ein Ort und ein kleiner Hafen. Die Reste sieht man noch. Das Leben war hart und diese Hütte das Salzhaus, wo unter schwierigen Bedingungen der Fang eingesalzen wurde. Die Klippen von Lóndrangar - da haben die Elfen ihre Kirche gehabt...
Nach diesem Kurztrip fahren wir weiter, um ganz am westlichsten Ende eine Pause in einem Vulkan zu machen😊
 


Nach Ólafsvík, schon an der Nordküste, wollen wir eigentlich noch auf den Kírkjufell (Kirchenberg) bei Grundarfjörður. Von diesem gibt es unzählige Bilder, wahrscheinlich sehr bearbeitet oder bietet er nur im Herbst und mit Nordlichtern die eigentliche Fotokulisse. Uns erschien er ziemlich unscheinbar. Der Parkplatz davor voll und wir hatten noch mehrere Kilometer vor uns und nicht mehr die Zeit um ihn zu besteigen. Ein Foto von der gegenüberliegenden Küste ist auch schön:
 

 Das Wetter verschlechtert sich und im Norden empfängt uns Sturm und Regen.
 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Gletschertour

Snæfellsjökull 1446 m - isländisch Schneeberggletscher

ist ein ca.700 000 Jahre alter Stratovulkan mit eisfreien Nunataks am Gipfel 

Er ist der einzige Gletscherberg, welcher schon von Reykjavik aus zu sehen ist und liegt am westlichen Ende der Snæfellsness Halbinsel im gleichnamigen Nationalpark.
Auch hier macht sich der Gletscherschwund deutlich bemerkbar. Dennoch ist diese Tour keine Wanderung sondern eine hochalpine Tour mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung. Der Gletscher hat noch jede Menge Spalten, gerade im oberen Gipfelbereich. Bei unserer Tour im Juli 2026 war ein großer Teil aper, was Steigeisen erforderlich machte. Wir hatten gute Wetterbedingungen, allerdings sehr starken Wind gerade im Gipfelbereich. Die brüchigen Nunataks zu beklettern fanden wir nicht lohnend.
 
Ausgangspunkt:
von Arnastapi aus kommend die F570 (Piste Jökulhálsleið) Richtung Ólafsvík nehmen. Parkmöglichkeit und Einstieg unterhalb des Berges an einer deutlich sichtbaren Spur, welche auf allen elektronischen Karten auch eingezeichnet ist.

Aufstieg:
am Ende der Spur orographisch rechts je nach Bedingungen bis unterhalb des roten Berges Þrihyrningur (auf dem Bild rechts am Horizont). Da der Gletscher im Auslauf stark versumpft war, sind wir soweit wie möglich im lockeren Vulkangestein gegangen. Unterhalb des Þrihyrningur in ca. 1000 m Höhe unterhalb der Scharte nach links queren und zum Gipfel. Bei uns waren unterhalb der Nunataks große Randspalten!

 








Von oben fantastischer Ausblick auf die Snæfellsness Halbinsel:

Südküste

Nordküste


Arnastapi und Hellnar, dazwischen der Berg Stapafell


Ófafsvík

Hellisandur im äußersten Westen



 Auf dem gleichen Weg steigen wir wieder hinab:




 Anstieg: 740 Hm, Länge der Tour 9 km

Navigation: OffLine Karten Osmand, Mapy.com, Garmin. Ein GPS  Gerät ist erforderlich, da hier die Wolken sehr schnell ziehen und die Sicht dann stark eingeschränkt ist!

Mittwoch, 29. Juli 2026

Schwarze Klippen aus Basalt

Arnastarpi am Fuße des Snæfellsjökull mit seiner beeindruckenden Küste

Felstor Gatklettur

Arnastapi befindet sich an der Südküste der Snæfellsness Halbinsel 190 km von Reykjavik entfernt. Zu erreichen über die Ringstraße 1bis Borganes, dort weiter über die Str. 54 und 574. Unterkünfte, Hotel, Campingplatz vorhanden.

Die Lava des Vukansystems des Snæfellsjökull ergoss sich in Vorzeiten bis in das Meer. Dieses formte im Laufe der Jahrhunderte die schwarze Küste mit seinen Basaltsäulen, Felsentoren, Buchten und Höhlungen in denen die Brandung braust. Unzählige Seevögel brüten hier. Die Brandung des Meeres, der Wind und das Gekreisch der Vögel geben hier den Ton an. Hier findet man Mantelmöwen, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Seeschwalben. Letztere sind so frech, dass man beim Frühstück oder Abendessen auf dem Campingplatz seine eigene Mahlzeit gut bewachen sollte.
 
Den besten Eindruck der Szenerie hat man von einer Küstenwanderung in das benachbarte Hellnar, indem nur noch wenige Einheimische leben. Sie beginnt bei Bárðar, einer Sagengestalt.

 

Halb Troll, halb Mensch ist er der Wächter des Snæfellsjökull. Der Pfad führt zunächst an der Küstenlinie entlang, bevor er sich dann durch ein uraltes Lavafeld schlängelt. Er ist mit Holzpfählen abgesteckt. Einfach laufen und genießen mit den vielen Ausblicken und Fotomotiven.
 









Man kann sogar durch Höhlen klettern!


Hinter dem Felsentor befindet sich eine riesige Brutkolonie, welche man mit ein wenig Kletterei von oben dann beobachten kann. 



Hat man sich satt gesehen, sollte man dem kleinen Caffee Fjörúhusið  unbedingt einen Besuch abstatten! Selbstgemachter Kuchen und eine hausgemachte Fischsuppe sind sehr lecker und können durchaus nacheinander verspeist werden😊. 

Zurück geht es auf gleichem Weg wieder zu Bárðar. Der Pfad führt weiter in nordöstliche Richtung bis zum kleinen Hafen von Arnastapi. Zuvor kann man weitere Basaltformationen bewundern, als hätte ein Riese Kleckselkuchen in's Meer geschüttet. Am beeindruckendsten ist jedoch das Felsloch Miðgjá, das eine Verbindung zum Meer hat und indem weiter unzählige Möwen sich um die besten Plätze streiten.
 







Über die ganze Landschaft wachen der Snæfellsjökull und der Stapafell (der verstopfte Berg).